DIE EISBÄREN VERLIEREN IHRE ERSTE PLAYOFF-BEGEGNUNG GEGEN DIE MLP ACADEMICS HEIDELBERG MIT 96:100 NACH VERLÄNGERUNG

Das Spiel hatte alles, was man sich von einer Auftaktpartie in den Playoffs wünschen konnte. So agierten beide Teams mit vielen Emotionen, hoher Intensität und viel Einsatz und schenkten sich von Beginn an nichts.

Dabei konnten beide Mannschaften nominell in Bestbesetzung in die Begegnung gehen. So standen die im Vorfeld der Partie fraglichen Moses Pölking sowie Joshua Braun im Aufgebot der Bremerhavener. Braun konnte jedoch noch nicht aktiv mit eingreifen und musste von der Bank aus zusehen, wie seine Mannschaft dem Favoriten aus Heidelberg alles abverlangte.

Die Eisbären starteten hellwach und gaben mit ihrer Intensität früh den Ton in der Partie an. Der Mannschaft um Topscorer Trey Davis war anzumerken, dass sie zeigen wollten, die Hauptrunde zu Recht auf dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen zu haben. Defensiv gingen sie hochkonzentriert zu Werke und kamen durch schnelles Umschaltspiel immer wieder zu einfachen Punkten. Somit bat Academics-Headcoach Branislav Ignjatovic seine Mannschaft nach knapp fünf Minuten folgerichtig zur Auszeit, um insbesondere am defensiven Ende nachjustieren zu können.

Im weiteren Verlauf des ersten Viertels entwickelte sich eine kurzweilige Partie, in der beide Mannschaften ordentlich auf das Gaspedal drückten und die Zuschauer an den heimischen Empfangsgeräten viele schöne Ballstaffetten zu sehen bekamen. Dank eines schön herausgespielten Dreiers durch Kevin Yebo ging es für die Eisbären mit einer 25:17-Führung in die Viertelpause.

Den besseren Start in das zweite Viertel erwischten die Gäste aus Heidelberg, die das Blatt mit einem 10:0-Lauf schnell wenden konnten und Eisbären-Headcoach Michael Mai so zu seiner ersten Auszeit zwangen. Die Academics wirkten in dieser Phase in ihrer Spielanlage insgesamt reifer und kamen aufgrund von Nachlässigkeiten in der Eisbären-Defensive immer wieder zu offenen Würfen. Diese wusste insbesondere Shyron Ely zu nutzen, der zur Pause bereits 14 Punkte erzielen konnte und von jenseits der Dreier-Linie heiß lief. Alle seiner vier Versuche fanden nichts als Netz. So auch der letzte Wurf der ersten Halbzeit, den er mit Ertönen der Schlusssirene in den Korb der Eisbären beförderte. Somit ging es nach einem starken Schlussspurt der Eisbären und dank eines gut aufgelegten Leon Friederici mit einem 44:50 in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ließen die Eisbären Heidelberg offensiv zu oft zu einfach gewähren, sodass der Vorsprung der Gäste schnell wieder zweistellig wurde. In dieser Phase war es vor allem Kapitän Ugrai, der seine Mannschaft mit seiner Cleverness im Spiel halten konnte. Offensiv lief für die Eisbären ansonsten nicht viel zusammen. Die Gäste kamen in dieser Phase durch die athletischen Sa´eed Nelson und Shaun Willett immer wieder zu einfachen Punkten und konnten ihren Vorsprung somit sukzessive ausbauen. Nach einem And-One des starken Will Daniels ging es mit einem 63:71 in den letzten Spielabschnitt.

Diesmal waren es die Bremerhavener, die den besseren Start erwischten. Die Eisbären verteidigten viel intensiver und waren so in der Lage, viele Stops zu generieren. Diese konnten sie offensiv in Person von Ugrai und Friederici in Punkte ummünzen, sodass das Spiel nach zwei gespielten Minuten im letzten Viertel beim Stand von 73:73 wieder ausgeglichen war.

Jetzt wachte auf Seiten der Gäste Jordan Geist auf, der innerhalb von einer Minute sechs Punkte erzielte und Heidelberg wieder ein wenig davonziehen ließ. Die Eisbären verpassten es in dieser Phase, sich für ihre engagierte Defensivleistung zu belohnen, sodass der Vorsprung der Heidelberger sich bei fünf Minuten Restspielzeit bei sechs Punkten einpendelte. Zunächst sah es nach einem weiteren Dreier durch Geist, der den Vorsprung der Gäste damit auf neun Punkte erhöhte, danach aus, als ob die Partie frühzeitig entschieden wäre. Die Eisbären konterten jedoch durch vier getroffene Freiwürfe des starken Ugrai sowie ein And-One durch Moore und konnten den Vorsprung dadurch wieder auf zwei Punkte verkürzen. Das Spiel hatte jetzt alles, was ein Playoffspiel zu bieten hat: Es ging hin und her, beide Mannschaften schenkten sich nichts, agierten hochemotional und schraubten das Intensitätslevel nochmal eine Stufe höher.

Nach einem Dreier durch Davis war das Spiel bei knapp zwei Minuten beim Stand von 89:89 erneut ausgeglichen. Der umsichtig agierende Niklas Würzner konterte für Heidelberg direkt mit einem weiteren Dreier zur erneuten Führung. Friederici und Davis egalisierten im Gegenzug die Führung von der Freiwurflinie, sodass Heidelberg beim Stand von 92:92 mit noch 17,9 Sekunden Restspielzeit eine Auszeit nahm. Ely vergab für die Academics jedoch die Chance auf den Sieg und das Spiel ging in die Verlängerung.

In dieser taten sich beide Mannschaften offensiv lange schwer, sodass die ersten Punkte erst nach knapp zweieinhalb Minuten auf Seiten der Gäste fielen. Diese agierten in der Verlängerung einen Tick cleverer, weswegen die Eisbären das Spielfeld nach einer intensiven Begegnung mit einer 96:100 Niederlage als Verlierer verlassen mussten.

Eisbären-Headcoach Mai: „Wir haben das Spiel heute leider im zweiten Viertel verloren, indem wir Heidelberg 33 Punkte erlaubten und unseren Fokus verloren haben. Vielleicht waren wir uns nach unserem guten ersten Viertel schon zu sicher. Wir haben uns trotz hoher Rückstände immer wieder in die Partie zurückgekämpft, müssen aber lernen, dass wir vier Viertel konzentriert agieren müssen, um ein Team wie Heidelberg besiegen zu können.“

Eisbären Bremerhaven: Friederici (24), Ugrai (18), Moore (15), Davis (15), Daniels (15), Yebo (6), Heckel (2), Pölking (1), Kindzeka, Hoppe, Heiken, Braun.