Die Entscheidung fällt am letzten Spieltag

Es ist ein Szenario, auf das man aus Eisbärensicht gerne verzichtet hätte. Durch die bittere 107:104 Niederlage der Eisbären bei ALBA Berlin und den 91:88 Sieg der HAKRO Merlins Crailsheim in Jena konnte Bremerhaven nicht vorzeitig den sportlichen Klassenerhalt sichern, sodass es erst morgen zu einer Entscheidung kommen wird. Es war dennoch bemerkenswert, wie sich die Mannschaft von Eisbären Headcoach Michael Mai präsentiert hat und das nur einen Tag nach der schockierenden Nachricht der Liga, sich bei der Lizenzvergabe im Hinblick auf die Eisbären gegen eine Lizenz mit Auflagen oder auflösenden Bedingungen für die kommende Spielzeit zu entscheiden, sondern mit voller Härte zu urteilen und direkt keine Lizenz zu erteilen. Die Eisbären arbeiten nun unter Hinzuziehung eines Rechtsanwalts an der Berufung gegen dieses Urteil, die sie bis Montag einreichen müssen, um die von der Liga vorgegebene Frist einzuhalten. Erste Voraussetzung dafür, dass die Eisbären auch in der kommenden Saison in der easyCredit Basketball Bundesliga spielen, ist jedoch der sportliche Klassenerhalt. Deshalb werden sich Spieler und Trainer nicht von der zu einem äußerst fragwürdigen Zeitpunkt verkündeten Entscheidung beirren lassen und wollen morgen um 18 Uhr beim Mitteldeutschen BC, der sich seit kurzem nun SYNTAINICS MBC nennt, gewinnen.

Zeitgleich zum Spiel der Eisbären in Weißenfels muss Crailsheim gegen Oldenburg antreten. Diese Begegnung findet in Würzburg statt, da Crailsheims eigentliche Spielhalle, die Arena Hohenlohe, belegt ist. Wenn die HAKRO Merlins, die zum jetzigen Zeitpunkt punktgleich mit den Eisbären sind, verlieren sollten, haben die Eisbären den sportlichen Klassenerhalt sicher geschafft, da sie den direkten Vergleich für sich entscheiden konnten. Wenn Crailsheim jedoch Oldenburg schlagen sollte, müssen die Eisbären in Weißenfels gewinnen, um in der ersten Liga zu bleiben. Dies ist spätestens seit der Amtsübernahme von Silvano Poropat als Headcoach bei den Wölfen alles andere als leicht. Der Kroate, der schon früher Coach der Weißenfelser war, hat ähnlich wie Michael Mai bei den Eisbären aus seiner Mannschaft eine Einheit geformt. Folgerichtig konnte der SYNTAINICS MBC 5 seiner letzten 10 Spiele gewinnen und ist mit 9 Siegen so gut wie gerettet, da sie nur dann noch absteigen könnten, wenn sie mit 41 Punkten gegen die Eisbären verlieren würden und zeitgleich Crailsheim gegen Oldenburg gewinnen sollte.

Poropat verfügt über acht Ausländer im Kader, wovon allein sieben zweistellig scoren. Nachdem sich Center Aleksandar Marelja (10,1 PPG) in der Partie bei der BG Göttingen an der Wade verletzt hatte, haben sich zuletzt sechs Kontingentspieler herauskristallisiert, auf die der kroatische Cheftrainer setzt. Trevor Releford ist mit 13,2 Punkten pro Spiel Topscorer der Weißenfelser, Jovan Novak kann mit durchschnittlich 11,9 Punkten und 7,3 Assists sowohl scoren als auch seine Mitspieler in Szene setzen, Andrew Warren (11 PPG) ist mit einer Dreierquote von 46,8 % ein echter Scharfschütze, Lee Moore (10,7 PPG) besticht vor allem durch seine Athletik, James Farr (10,3 PPG, 5,2 RPG) war gerade in den vergangenen Begegnungen mehr als nur ein Ersatz auf den großen Positionen für Marelja und auch der Euroleauge erfahrene Tremmel Darden (10,3 PPG), der bei der gestrigen 118:115 Niederlage nach Overtime in Oldenburg geschont wurde, ist enorm wichtig für seine Mannschaft. Bei den Deutschen muss man nach der Verletzung von Hans Brase (5,2 PPG) vor allem auf die beiden Ex-Eisbären Sergio Kerusch (8,8 PPG) und David Brembly (6,7 PPG), die jederzeit heiß laufen können, sowie auf Benedikt Turudic (5,2 PPG) aufpassen.

Eisbären Headcoach Michael Mai weiß, worum es am letzten Spieltag geht: „Der MBC hat vier bis fünf Spieler, die alle offensiv ein Feuerwerk abreißen können. Dazu sind sie sehr schnell in der Transition. Das Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit zu siegen sowie der Kampf in der Verteidigung werden für uns der Schlüssel sein, um in der Liga zu bleiben! Ich glaube an unser Team. Die Jungs wissen, was auf dem Spiel steht und ich bin mir sicher, dass sie alles geben werden!“