Abstiegskrimi im Eisbärenkäfig gegen Science City Jena

Morgen kommt um 20:30 Uhr mit Science City Jena ein Gegner nach Bremerhaven, der sich wie die Hausherren im Abstiegskampf der easyCredit Basketball Bundesliga befindet. Die Thüringer haben 5 Siege aus 21 Spielen einfahren können und stehen als Tabellensechzehnter knapp über dem Strich. Die Bedeutung des Spiels wird somit schnell ersichtlich, denn mit einem Erfolg vor heimischer Kulisse gegen einen direkten Konkurrenten können die Eisbären dem rettenden Ufer ein großes Stück näher kommen.

Dass Jena zuletzt deutlich stärker aufgetreten ist als noch vor einigen Monaten und dementsprechend zwei Siege mehr als Bremerhaven auf dem Konto hat, ist vor allem auf die Ende Januar getätigten Nachverpflichtungen zurückzuführen, welche maßgeblichen Anteil an ihren zwei Erfolgen im Februar hatten. Da ist zum einen der NBA erfahrene Reggie Williams, der extrem schwer zu verteidigen ist und mit seinen durchschnittlich 19,8 Punkten in vier Spielen zum Topscorer der Thüringer avancierte. Dabei ist Williams besonders in der Crunchtime mit seinen Dreiern zur Stelle, was er bei den Siegen gegen Braunschweig und in Ulm schon unter Beweis gestellt hat. Zum anderen ist da Power Forward Ronald Roberts, der mit 13,7 Punkten und 5,3 Rebounds im Schnitt nicht nur den zweitbesten Scorer Jenas ausmacht, sondern sich auch die meisten Abpraller im Team sichert. Im Gegenzug für die beiden Neuen mussten Jamar Abrams und Ikenna Iroegbu, die beide im Durschnitt zweistellig scorten, den Club verlassen.

Jenas neugewonnene Kaderqualität jedoch nur auf Williams und Roberts zu beziehen, würde den anderen nicht gerecht werden. Dafür haben gestandene Bundesligaspieler wie Julius Jenkins (12,1 PPG), Dru Joyce (9,9 PPG), Ex-Eisbär Derrick Allen (9,5 PPG), Martynas Mazeika (6,7 PPG) und Immanuel McElroy (6,2 PPG) auch in ihrem für Basketballverhältnisse durchaus fortgeschrittenen Alter noch zu viel Klasse. Da die Thüringer über sieben Ausländer verfügen, sitzt der Litauer Mazeika meistens draußen und kommt nur noch zum Einsatz, wenn Williams wie beim letzten Spiel gegen Oldenburg verletzungsbedingt passen muss. Beim Spiel in Bremerhaven wird Jenas Topscorer laut den Aussagen seines Trainers jedoch wieder mitwirken können. Auch wenn die US-Amerikaner in der Truppe von Björn Harmsen die Leistungsträger sind, erfüllen ebenso die Deutschen ihre Rolle im Team. Somit kommen Julius Wolf (5,6 PPG), Oliver Mackeldanz (5,1 PPG), Sid-Marlon Theis (3,4 PPG) und Ermen Reyes-Napoles (2,6 PPG) alle auf zweistellige Minutenzahlen im Durchschnitt.

Für die Eisbären ist Michael Mai der Hoffnungsträger im Abstiegskampf, der dem Team eine neue Identität geben will und im so wichtigen Spiel gegen Science City Jena sein Heimdebüt als Bremerhavens Headcoach gibt. Der sympathische US-Amerikaner weiß, worauf es morgen ankommt und hofft auch auf die Unterstützung der Fans: „Beide Mannschaften kämpfen um ihr Leben. Deshalb erwarte ich ein hartes, physisches Spiel. Jena hat einige Spieler dazubekommen, die das Team stärker gemacht haben. Aber wenn wir bereit sind die kompletten 40 Minuten den Wettkampf anzunehmen und die Fans uns einen Extraschub Energie geben können, ist alles möglich!“