Bitterer hätte der Saisonauftakt kaum enden können: Die Eisbären Bremerhaven müssen sich der OrangeAcademy mit 92:93 geschlagen geben. Vor 2.660 Zuschauern in der ÖVB Arena fällt die Entscheidung erst in den letzten Sekunden, als der finale Versuch der Bremerhavener sein Ziel verfehlt. Topscorer der Eisbären ist Dominic Parolin mit 17 Punkten.
Zum ersten ProA-Spiel der neuen Saison empfingen die Eisbären am Sonntagnachmittag die OrangeAcademy in der ÖVB Arena. Dass mit der jüngsten Mannschaft der Liga trotz ihres Alters ein unangenehmer Gegner wartete, hatte Headcoach Ferried Naciri bereits im Vorfeld deutlich gemacht. Am Ende sollten die Ulmer Talente den Eisbären tatsächlich alles abverlangen.
CJ Anthony eröffnete die Partie für die Gäste. Nach einem zunächst etwas holprigen Schlagabtausch fanden die Eisbären jedoch zunehmend ihren Rhythmus. Auffällig dabei: Bremerhaven suchte deutlich häufiger den Abschluss aus der Distanz, und das zunächst mit Erfolg. Tyreese Blunt, Vincent Friederici und Garai Zeeb trafen von außen, letzterer stellte per Dreier auf 19:14. Kurz darauf bediente Garai Zeeb Carlos Carter, der auf 21:14 erhöhte. Während bei den Gästen im ersten Abschnitt noch kein Dreier fallen wollte, trafen die Eisbären jeden zweiten Versuch von außen. Mit einer 27:22-Führung ging es in die erste Pause.
Im zweiten Abschnitt blieben die jungen Ulmer den Eisbären dicht auf den Fersen. Alan Blakaj sorgte mit einem Dunk zum 38:34 für Jubel auf den Rängen und zwang die Gäste zur Auszeit. Wenig später legte Dominic Parolin spektakulär zum 40:34 nach. Doch anschließend verloren die Eisbären defensiv zunehmend den Zugriff. Die OrangeAcademy spielte sich warm, kam zu einfachen Abschlüssen, arbeitete konsequenter unter den Brettern und fand nun auch aus der Distanz besser ins Spiel. Tyreese Blunt, der allein in der ersten Hälfte bereits 14 Punkte erzielte, antwortete noch einmal von außen zum 43:40. Doch Ulm ließ sich nicht abschütteln, glich erneut aus und drehte schließlich die Partie. Mit einem knappen 49:51-Rückstand ging es für die Eisbären in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel setzten sich die Gäste zunächst auf 53:59 ab. Bremerhaven blieb dran: Nolan Hodge verkürzte per Korbleger auf 59:62, ehe Neil Failenschmidt Clavera mit einem Dunk zum 63:69 den nächsten Ulmer Akzent setzte. Ferried Naciri reagierte mit einer Auszeit und seine Mannschaft zeigte die passende Reaktion. Mit einer guten Sequenz und Tempo nach vorne ließen die Eisbären nun aufblitzen, welches Potenzial in der neu formierten Mannschaft steckt. Ein 7:0-Lauf brachte 19 Sekunden vor dem Viertelende die 70:69-Führung. Doch Ulm hatte noch vor Ende des Viertel die direkte Antwort parat und traf aus der Distanz zum 70:72.
Im Schlussviertel rangen die Eisbären verbissen um den ersten Saisonsieg. Immer wieder wechselte die Führung, doch den Bremerhavenern gelang es nicht, sich abzusetzen. Besonders die mittlerweile hohe Treffsicherheit der Gäste aus der Distanz machte den Eisbären das Leben schwer.
Knapp drei Minuten vor Schluss brachte Dominic Parolin die Eisbären mit einem Dunk zum 88:86 nach vorne. Ulm glich aus, Bremerhaven legte erneut vor, doch die Gäste antworteten von jenseits der Dreierlinie. Dann war Carlos Carter zur Stelle: Sein laut umjubelter Korbleger brachte die Eisbären 16 Sekunden vor Schluss mit 92:91 in Führung. Nach einer Auszeit der OrangeAcademy übernahm Namori Omog Verantwortung und drehte die Partie noch einmal zum 92:93. Eine letzte Möglichkeit blieb den Eisbären. Tyreese Blunt nahm den Wurf aus der Distanz, doch der Versuch verfehlte sein Ziel und die denkbar knappe Auftaktniederlage war besiegelt.
Die Zahlen zeigen dabei auch, wie sich die Partie im Laufe der 40 Minuten verschoben hatte. Während die Eisbären zu Beginn noch hochprozentig von außen trafen, lag ihre Dreierquote am Ende bei 35 Prozent. Die OrangeAcademy steigerte sich dagegen nach schwachem Start deutlich und traf schließlich 48 Prozent ihrer Distanzwürfe. Auch unter den Brettern hatten die Gäste Vorteile: Ulm entschied sowohl die Defensiv-Rebounds mit 27:19 als auch die Offensiv-Rebounds mit 12:8 für sich.
So bleibt trotz des denkbar knappen Ergebnisses einiges an Arbeit. Immer wieder erlaubten die Eisbären ihrem Gegner zu einfache Abschlüsse und zweite Chancen. Kapitän Garai Zeeb fand nach der Partie entsprechend klare Worte: „Ein knapper Sieg heute hätte vieles kaschiert, was nicht gut war. Wir sind einfach noch keine Mannschaft, die den Gegner in der Defensive unter 80 Punkten hält. Wir haben es heute einfach nicht verdient.“
Viel Zeit zum Ärgern bleibt den Eisbären nicht. Bereits in der kommenden Woche wartet der erste Doppelspieltag der neuen ProA-Saison. Am Freitag geht es auswärts gegen die VfL SparkassenStars Bochum, ehe am Sonntag das nächste Heimspiel in der ÖVB Arena ansteht.
Nächstes Spiel der Eisbären auswärts gegen die SparkassenStars Bochum
Am 2. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga reisen die Eisbären nach Bochum zum Duell gegen die VfL SparkassenStars. Tip-Off der Partie am Freitag, den 02.10.2026, um 19:30 Uhr.
Eisbären Bremerhaven – OrangeAcademy 92:93 (49:51)
Topscorer Eisbären Bremerhaven: Dominic Parolin (17 Punkte, 4 Rebounds), Tyreese Blunt (16 Punkte, 1 Assist, 2 Rebounds)